Entwurf mit Zugrundelegung dieser Einheitspreise nach dem Urteil des Preis- gerichtes ausführbar sein muss, Durch jede wesentliche Ueberschreitung dieser Endsummen wird der betreffende Entwurf von der Preisverteilung ausgeschlossen. Bedingungen für den Wettbewerb. 1. Zur Darstellung des Entwurfes werden verlangt: a) ı Lageplan im Mafsstabe 1: 1000, die Grundrisse sämtlicher Geschosse, 3 An- sichten und 2 Durchschnitte im Mafsstab ı:200. Alle Zeichnungen sind nur in einfacher Linienzeichnung mäfsig schraffiert darzustellen; farbige Zeichnungen bleiben von der Beurteilung ausgeschlossen. b) Ein Erläuterungsbericht, der auch die Heizungs- und Lüftungs- Anlage klar- stellen soll. c) Ein Kostenüberschlag, der den umbauten Kubikraum der Gebäude berechnet und mit Einsetzung der vorbestimmten Baupreise den Nachweis liefert, dass der Bau innerhalb der festgesetzten Höchstsummen ausführbar ist. , Die Ablieferung hat spätestens. bis Sonnabend, den 24. Juni 1893, nachmittags 6 Uhr, an die städtische Bau-Deputation zu erfolgen; später einlangende Entwürfe bleiben von der Preisbewerbung ausgeschlossen. 3. Die rechtzeitig eingelangten Entwürfe werden zur Beurteilung einem Preisgericht unterbreitet, das aus den Herren 1. Stadtbaudirektor Zzc%f, Leipzig, 2. Baurat Wallot, Berlin, 3. Regierungs- und Baurat Egwer/, Wiesbaden, 4. Gymnasial- Direktor Dr. Reinhardt, Frankfurt a. M., 5. Sanitätsrat Dr. Spzess, Frankfurt a. M., 6. Stadtbaurat Behnke, Frankfurt a. M. besteht. 4. Für denjenigen Entwurf, der nach dem Mehrheits - Urteil des Preisgerichts der ge- » ;tellten Aufgabe am besten entspricht, wird ein ers/er Preis von Dreitausend Mark und für die nächstbesten ein zwezter Preis von Zweitausend Mark und ein dritter Preis von Eintausend Mark gewährt. Sind die Preisrichter in ihrer Mehrheit der Ansicht, dass keiner der eingelangten Entwürfe einen der beiden ersten. Preise verdient, so ist es zulässig, die im ganzen für die Preiserteilung aus- gesetzte Summe in anderen Beträgen zur Auszeichnung der verhältnismäfsig besten Entwürfe zu verwenden. 5, Die preisgekrönten oder der vorhergehenden Bestimmung gemäfs durch Geld- zuerkennung an die Verfasser ausgezeichneten Entwürfe gehen in das unbeschränkte Eigentum der Stadt Frankfurt a. M. über, die berechtigt, aber nicht verpflichtet ist, diese Entwürfe ganz oder teilweise für die Bau-Ausführung zu benutzen, Bericht des Preisgerichts. In dem Wettbewerbe zur Erlangung von Plänen für den Neubau eines städti- schen Gymnasiums in Frankfurt a. M. sind 131 Entwürfe eingegangen, von denen 115 den Bauplatz an der neuen städtischen Promenade, 16 den an der Rheinstrasse zu Grunde legen. Diese Entwürfe sind von den im Ausschreiben vom 15. Februar d. J. be- zeichneten Preisrichtern in der Zeit vom 6. bis 8. Juli beurteilt worden, Bei einer ersten Durchsicht wurden zunächt diejenigen wenig zahlreichen Entwürfe ausgeschie- den, die auf einer zu niedrigen Stufe der allgemeinen Durchbildung standen, und ferner eine nicht unbedeutende Zahl von solchen, welche wesentliche Bestimmungen des Programms ausser Acht gelassen hatten, so namentlich die Vorschriften über die Entfernung der Gebäude von der Nachbargrenze (3 m), über die Orientierung der Klassen (nach Nord oder Nordwest) und über den Abstand der Fenster der Klassen- zimmer von der Nachbargrenze (20 m). Auch diejenigen Entwürfe mussten von vorn- herein zurückgewiesen werden, die von der Freiheit, die Grenzen der zur Bebauung bestimmten Grundstücke zu verschieben, einen zu weit gehenden Gebrauch gemacht 1*