184 IR. Minist.- Verf. vom 14. Dezember 1871, Keſſel und deſſen Apparaten keine Erscheinungen und Mängel zeigen, welche gefährliche Folgen befürchten laſſen. Ergeben sich bei der Visitation Anstände und verſäumt der Eigenthümer des Keſsſels, der Aufforderung des Sachverständigen zu Beseitigung derselben rechtzeitig nachzukommen, so hat der Sachverständige dem betreffen- den Oberamte Behufs des weiteren Verfahrens Anzeige zu erstatten; ſind aber die Anstände von solcher Bedeutung, daß ſie den Fort- | betrieb des Kesſels gefährlich erscheinen lassen, so iſt ohne alen Verzug dem Oberamt hievon Mittheilung zu machen und dabei insbesondere ein Urtheil darüber zu geben, ob Gefahr auf dem Verzug und daher eine provisorische Verfügung des Oberamts geboten oder ob es zulässig ist, die Entschließung der Kreisregierung abzuwarten. Sollten ſich nach den Wahrnehmungen des Sach- verständigen besondere Gründe ergeben, welche die gewöhnliche Controle des Betriebs eines Dampfkessels durch den Sachverstän- digen als unzureichend erſcheinen lassen, so hat der Sachverständige wegen einer beständigeren und strengeren Aufsicht die geeigneten Anträge an das Oberamt zu stellen, und das Oberamt hat die erforderlichen Anordnungen unter der Mitwirkung des Sachver- ſtändigen, soweit dieselbe nöthig ist, zu treffen und im Anstands- falle die Entſchließung der K. Kreisregierung einzuholen. Ueber alle amtlichen Verrichtungen hat der Sachverständige Protokolle zu führen, welche alles Weſsentliche zu enthalten haben und mit den übrigen ihm in Dampfkesselangelegenheiten zukommen- den Aktenstücken in chronologischer Ordnung, je die auf eine Dampf. kesſel-Anlage bezüglichen Aktenstücke zuſammengeordnet, wohl zu verwahren ſind. Ueberdies hat jeder Sachverständige über die unter ſeiner Aufsicht stehenden Dampfkessel ein Verzeichniß anzulegen und fort- zuführen, welches folgende Rubriken zu enthalten hat: 1) Ort der Aufstellung, 2) Namen des Besitzers, 3) Ob der Dampferzeuger eine Dampfmaschine in Bewegung zu ſeßen hat oder nicht,