13 Disposition der Anlagen. Die Disposition der verschiedenen Anlagen ist aus den beiliegenden Schalt- und Ver- teilungsschematen, Plan Nr. 6*, genau ersichtlich. I. Wechselstromprojekt. Die von den Turbinen in Marbach angetriebene elektrische Maschine liefert Wechsel- ströme von ca. 100 Volt Spannung, welche zunächst zu einer mit allen nötigen Sicherheits- Mess- und Regulierapparaten ausgerüsteten Schaltwand geführt werden. Von dort gelangen sie in die Primärtransformatoren, mittelst ‚welcher sie auf die zur Übertragung auf eine Entfernung von 21 km geeignete Spannung von ca. 10000 Volt ge- bracht werden. Mit dieser Spannung werden die Ströme in blanken an Holzmasten geführten Kupfer- leitungen zur Dampfmaschinenanlage in Berg geführt, Plan Nr. 5 (Tafel II), in derselben mittelst Sekundärtransformatoren in Ströme von ca. 3000 Volt Spannung verwandelt und sodann auf einer gemeinsamen Schaltwand mit den von den Dampfdynamos erzeugten Wechselströmen vereinigt. Die Erniedrigung der hohen Fernleitungsspannung auf 3 000 Volt ist dadurch bedingt, dass von der Dampfcentrale ab ausschliesslich unterirdische Kabel verwendet werden müssen, deren Isolation bis zu Spannungen von 3000 Volt sich vielfach vorzüglich bewährte, während für höhere Spannungen noch keine genügenden Erfahrungen vorliegen. Im Ausbau 2b arbeitet die Wasserkraftanlage in Poppenweiler ganz analog wie die in. Marbach auf die Schaltwand der Dampfcentrale, Von der letzteren gehen nun verschiedene Gruppen von Hauptzuleitungen aus: Der eine Teil derselben führt die Elektricität nach der Stadt zu einem geschlossenen Hochspannungsnetz für Beleuchtung und Privatmotorenbetriebe. (Plan Nr. 2)*. An dieses sind die in dem gesamten Consumgebiet nach Bedarf verteilten Transforma- toren angeschlossen, welche den hochgespannten Strom in solchen von normaler, zum Betrieb der elektrischen Lampen und Motoren geeigneter und vollkommen ungefährlicher Gebrauchs- spannung verwandeln. Der niedrig gespannte Strom wird sodann durch ein an die Transformatoren ange- schlossenes Dreileiterverteilungsnetz zu den einzelnen Consumenten geführt (Plan Nr. 1). Der zweite Teil der Hauptzuleitungen endigt in der möglichst im Centrum des Strassen- bahnnetzes etwa am k. Hoftheater gelegenen Unterstation für die Bahn (Plan Nr. 4).* In dieser wird der hochgespannte Wechselstrom mittelst Umformer-Maschinen in Gleich- strom von 500—600 Volt, welcher sich nach den bisherigen Erfahrungen am besten für den elektrischen Strassenbahnbetrieb eignet, umgewandelt und auf einem Schaltbrett gesammelt. Auf diesem verzweigt sich der Gleichstrom sodann in verschiedene Speiseleitungen, welche die Elektricität der oberirdischen Arbeitsleitung der Bahn zuführen, während die Rückleitung durch die Schienen stattfindet. Die Schaltung in der Dampfcentrale ist so getroffen, dass die Strassenbahn vollständig getrennt von der übrigen Anlage mit den Turbinen in Marbach, eventuell unter Zuhilfenahme einer Dampfdynamo betrieben werden kann, für den Fall, dass zur Zeit des geringen Licht- und Kraftkonsums bei gemeinschaftlichem Betriebe zu bedeutende Lichtschwankungen auf- treten würden. Mittelst des dritten Teils der von der Dampfcentrale ausgehenden Hauptzuleitungen gelangt der elektrische Strom nach den Wasserwerken in Berg und am Ameisenberg in Stutt- gart. um dort mittelst Wechselstrommotoren zum Betriebe der Pumpen verwendet zu werden. Il. Gleichstromprojekt. Die Disposition dieses Projektes weicht von derjenigen des vorhergehenden lediglich dadurch ab, dass die Hauptzuleitungen für Beleuchtung und Privatmotorenbetriebe den Strom nicht einem Hochspannungsnetz, sondern 3 beziehungsweise 7 Accumulatoren-Secundärsta- tionen zuführen. % Nicht vervielfältigt