Ich denke, Egon Eiermann hätte ohnehin besser nach Berlin gepaßt als nach Karlsruhe. Wobei ich das weltstädtische Berlin früherer Zeiten meine und nicht das der letzten 60 Jahre. Allerdings erkannte ich, mögli- cherweise intuitiv, daß in Egon Eiermanns frühen Arbeiten, die ich ganz oben einordnete und das heute noch tue, auch eine gewisse Einseitigkeit war, indem z.B. dasjenige schwächer ausgebildet war, was wir in Stuttgart üblicherweise bezeichneten mit “architektonischer Raum", "Atmosphäre", "Durchscheinen", "Stimmung" und ähnlichen. Cala Heute meine ich, daß ja nicht jedes Bauwerk alle Bereiche und alle Dimensionan abdecken müßte. Nicht in jedem Bauwerk kann sich die mögliche Vielfalt und Komplexität unserer Welt widerspiegeln. Viele weniger komplexe, vielleicht sogar ein- seitige Werke unterschiedlicher Art bilden zusammen dann doch wieder das Ganze, vor allenm dann, wenn diese Bauten so großartig sind, wie die von Egon Eiermann. Aber wenn man selbst vor einem solch großartigen Bauwerk steht, sucht man dennoch das Ganze, so gut man das versteht, auch wenn man weiß, daß dies unangemessen und evtl. sogar unfair wäre. In dieser Situation liegt das Problem wahrscheinlich eher beim Betrachter und nicht zuerst beim Bauwerk und auch nicht beim Architekten des Bauwerkes.