Vorworl. IV gestritten und gelitten, und ihre Sehnsucht nach Schönheit und ewigem Licht, in den wechselnden Formen der Kunst verfestigt, uns Spätgeborenen hinterlassen haben. Nicht ohne Zagen, aber gestärkt durch die weitherzige Art, in welcher ich als Konservator der vaterländischen Kunst- und Altertnmsdenkmale mit der Bearbeitung des Inventars derselben und der Gesanitleitnng ihrer Darstellung in Wort und Bild von dem Herrn Staatsniinister des Kirchen- und Schulwesens Dr. v. Sarwey beauftragt wurde, im Vertrauen auch ans meine langjährige Vorbereitung habe ich das Werk begonnen und hoffe, daran wenigstens die Maschen richtig zu legen, damit das >vas übersehen wurde oder nicht stichhaltig ist, ohne Mühe hinzugethan oder verbessert werden kann. Besonders die Durchforschung unserer Archive wird einst noch viel Aufklärung bringen, aber dies erfordert wieder die Arbeit eines Menschenlebens. In betreff der Abbildungen wurden, um mit den gegebenen Mitteln das Möglichste zu erreichen, schon fertige Anfnahmeu herbeigezogen, natürlich nur muster ­ gültige; aber cs haben ja für Württemberg Männer wie ch Beisbarth, ch Leibnitz, Egle, ch Niest, Beyer in solchen Arbeiten Austerordeutlichcs geleistet, so daß es als eine Ehrenpflicht erscheint, daß ihr Wirken fortlebe in diesem Gesamtwerk über Württembergs Kunst- und Altertumsdenkmale. Erst dadurch konnte daran gedacht werden, der Überfülle der in unserem Land verstreuten Kunstwerke einiger ­ maßen Herr zu werden. Unermüdlich in Eifer und Aufopferung hat sodann Architekt Joseph Eadcs bis jetzt die meisten Oberämter des Neckarkreises durchwandert und bereits Aufnahmen in einer Menge und von einer Wichtigkeit geliefert, die uns mit Stolz und Staunen erfüllt. |* Dr. Eduard H'aulus. Stuttgart, i», Juni 1889.