136 Neckarkrcis. Oberamt Brackenheim. lichen Anmut des frühgotischen Stiles, wie er gerade an manchen gleichzeitigen Manl- bronner Bauten entzückt. Fast regelmäßig steht sodann der Turm im Osten der Kirche und bildet mit dein rippenkreuzgewölbten ersten Geschoß den Chor, eine sehr alte, weit verbreitete Anordnung, die in ihrer frühesten lind kraftvollsten Gestalt an manchen um den Hohenstaufen her gelegenen Dorfkirchen auftritt; im Brackenheimer Bezirk reicht diese Anordnung bis ins 13. Jahrhundert hinab. Die Schiffe sind gern mit hohen hölzernen Tonnen übersprengt. Gegen den Schluß der gotischen Zeit machen sich höchst begabte und selb ­ ständige Baumeister, meist zugleich Bildhauer, geltend — und die Renaissance des 16. und ini Anfang des 17. Jahrhunderts gelangt zu einer ganz eigenartigen Blüte, erhebt sich in Privatbautcn, vor allem aber in den so zahlreichen Grabdenkmälern oft bis zu bewunderungswürdiger Freiheit und Feinheit. — Die vier wohlhabenden Städtchen und die vielen stark begüterten im Bezirk ansäßigen Adelsgeschlechter, gleich ­ wie das ausgebreitete Vorkommen eines zu Bildhauereien sich vortrefflich eignenden Bausteines (feiner Keuperwerkstein), mußten eine solche Richtung begünstigen. Zum Schlüsse geben wir von den Burgen Blankenhorn, Magenheim und Neipperg die Steiumetzzeichen, von denen manche als entschiedene Runen anzusprechen sind. An Burg Blankenhorn: =ü A S~1 dL H ❖’W -Tr ­ an Burg Magenheim: WV^Ä (T HM T H HZ + L An Burg Neipperg: Jd Z + Ferner die Meisterschilde des Bernhard Sporer und des Hans Sprhß von Zaberfeld. Den Schild des Hans Wunderer s. oben S. 134. Jeder dieser drei Meister geht seinen eigenen Weg; Wunderer dringt auf die malerische Wirkung; man erkennt ihn leicht an dem engen, gewundenen und tief ­ schattigen Maßwerk; Sporer zieht an Fenstern und Thüren das leichtere geradlinige Ätabwerk vor. Sprhß von Zaberfeld steht etwa in der Mitte zwischen beiden.