Obrramk Marbach. Der Mittellauf des Neckars zwischen Cannstatt und Besigheim, wo sich in weit ausholenden Hufeisenbögen der Fluß durch den Muschelkalk hindurch drängt, ist reich an malerischer Schönheit. Burgen hangen an den Felskanten, die Städtchen und die festen Dorfkirchhöfe sind selbst wieder bnrgcn- artig. Aber die einst vielbefahrene Schiffer ­ gegend wurde vom Verkehr verlassen. Still und weich rinnt der bläuliche Fluß zwischen Kalkfelscn und hohem Uferdickicht durch das sonnige Thal. Aus der Blätternacht ertönt im Mai der Gesang zahlreicher Nachtigallen; Wildrosenbüsche in hohen Bögen schwanken über das glühende Gestein mit flammenden Blüten; seuchtglänzender Epheu kriecht in den Weinbergen und ummantelt ganze Mauern und die höhlenartigen Steinhäuschen der Weingärtner. Meist pseilerlose, bedeckte Holzbrückcn, sog. fliegende Brücken ver ­ binden die User. Es ist ein Stück Rhein oder Main im kleinen, leider viel zu wenig durchwandert. Auf der Höhe sind Ausblicke an die Keuperberge und bis an die fern ­ liegende Alb. Einer der größten Geister unseres Volkes, Friedrich Schiller (1759 bis 1805) trat aus diesem Thale hervor. Als Kulturmittelpnnkte erscheinen neben Marbach die Klöster Oberstenfeld und Stein ­ heim a. d. M., dann Großbottwar und die gewaltigen Burgen über den Thälern des Neckars und der Bottwar. Altertümer. Als frühere Ringwälle und zugleich heilige Berge steigen auf der Lemberg bei Affalterbach vereinzelt aus dem Acker ­ hochland rechts des Neckars, dem Hohen Asperg genau östlich gegenüber, dann ini Bottwarthal der Wunnenstein, genau nördlich, und in derselben Entfernung vom Lemberg wie der Asperg. Marbach nach Merlan. 1643