Neckarsulm nach Merlan. 1648. Obrraml Neckarsulm. Funde ans der Steinzeit sind am Gelände des Neckars nicht selten. Reiche Grabhügel, auch z. T. mit Steinwaffen, finden sich bei Neckarsulm, Degmarn, Duttenberg, Gundelsheim, Kochendorf, Oedheim, Offenau, Züttlingen. Als altbesctztc wichtige Berge stehen im Bezirk der Scheuerberg bei Neckarsulm und der Michaelsberg bei Gundelsheim, und dem Einfluß des Jagstslusses in den Neckar, Jagstfeld gegen- über, auf dem linken User die jetzige Bergstadt Wimpfen, zu Hessen-Darmstadt gehörig. Eine uralte Straße, die „Hochstraße", läuft viele Stunden lang auf der Wasserscheide zwischen Kocher und Jagst, und bei Jagstfeld an den Neckar; sie Ivird vom römischen Rheinlimes durchschnitten zwischen Sindringen und Jagsthausen, östlich der Stelle, wo sich beide Flüsse ailf weniger als eine halbe Stunde nahe kommen. Daß diese Straße, die hoch über den beiden vielfach und vielverworren geschlängelten, tief und sehr schroff eingerissenen Thälern vom Neckar ostwärts gegen Rothenburg an der Tauber hin führte, von großer Wichtigkeit war, leuchtet ein; besonders auch für die Römer, welche bei Jagsthausen ein Kastell anlegten, und eines ivahrscheinlich auch bei Sindringen, dahinter aus der Höhe stößt man jetzt noch im Hardthäuser Wald aus ausgedehnte Gebäudetrümmer; das waren wohl Garnisvnsplätze der Römer. Weiter geht durch den Bezirk jene uralte Wegspur, welche Donau und Rhein aus kürzestem Weg miteinander verband; dieselbe läuft nämlich von Aalen am oberen Kocher und am ebenen Durchbruch zum Brenzthal, über den nordwestlich ziehenden langen Hochrücken der Limpurger Berge nach Hall, Öhringen, Neuenstadt am Kocher, Kochendorf, Wimpfen am Neckar, und von da nach Spei er am Rhein.