Plieningen. 463 Der Ort, welcher 1287 niedergebrannt wurde, kam mit dem abgegangenen Diemarsweiler, mit Sielmingen und Waldenbuch 1363 von den Nrslingen an Württemberg. 'ALieningen (Blieningen um {20^). Großes Dorf mit Holzhäusern, rechts über der Kersch gelegen. Romanische ev. Kirche zum heil. Martin, mit gotischem Chor 1493. (K.) An den Langseiten des Schiffes schöne Blendarkaden mit Rundbogenfries, der in Konsolen, Tier- oder Menschenköpfen endigt. Darüber an der Untenseite der wcitvorspringenden Hängeplatte des Dachgesimses merkwürdige Darstellungen aus dem alten Testament u. s. >v., der heil. Martin, mit dem Bettler den Mantel teilend, Simson mit dem Löwen, ein Mann vor einer Sphinx, ein Mann mit großem Hammer, wohl der Baumeister. Schöues Quaderwerk, mit seiner Leiste (attische Basis umgekehrt) oben: Hirsauer Schule. Die Kirche gehört zu den besten und klarsten romanischen Dorfkirchen. Zierrat und Gliederungen fein und höchst wirksam, z. B. die Widderköpfe und die mit scharfen Knollen umhülsten Füße der Wandsäulchen. An der Südseite waren einst fünf Rund ­ bogenfenster in der Höhe und ein halbrundes Tympanon über dem Haupteingang; die Anlage erinnert einigermaßen an die große einschiffige Basilika des Klosters Reichen ­ bach an der Murg, welche 1083—1085 von Abt Wilhelm dem Seligen in Hirsau erbaut wurde. Die Skulpturen haben übergroße Köpfe. Der wohlerhaltene spätgotische Chor, 1493 innen über dem Bogen, hat ein schönes Netzgewölbe, mit sigurierten Schlußsteinen und Konsolen; aus letzteren Engels ­ brustbilder mit den Marterwerkzeugen, St. Michael, Seelen wägend, ein Schalks ­ narr u. s. w. Breiter romanischer Triumphbogen mit geschachten Kämpfern. Hübsche Sakristei, nördlich am Chor, hoch, auch uetzgewölbt, mit Sakramentsnische. Schöner spätgotischer Kruzifixus, lebensgroß. Schöner achteckiger spätgotischer Taufstein. Die Jahreszahl 1517 mit ^ über der an der Südwand angebrachten Chor ­ thüre. Turm frühgotisch, unten tonnengewölbt, großes übereckragendes hohes grün ­ glasiertes Achtecksdach; er hatte vielleicht einst im zweiten Geschoß eine Empore; am Westportal 1518. An den Schlußsteinen des Chors finden sich folgende, auch in Bebenhausen vorkommende Bildhauerzeichen: In der Nähe der Kirche zeigt man noch Reste des ehemaligen Bebenhäuser Pfleghofs (Mönchhofs). Ortsadel vom 12. Jahrhundert an, im 17. erloschen; berühmt der Humanist Dietrich von Plieningen, gestorben 1520. Wappen: in Gold ein schwarzer Pferdsrumpf, s. bei Klein-Bottwar. Die Burg wurde 1288 von Kaiser Rudolf zerstört, der Ort von den Städtern 1449 abgebrannt. Hauptbesitzer war Kloster Bebenhausen, Würt ­ temberg erhielt die Gerichtsbarkeit erst 1478, die Kirche durch die Reformation.