Einleitung. 3 stiften sie schon ums Jahr 830 ein Kloster mit Kirche, aber erst gegen das Ende des 11. Jahrh, erhebt sich durch Abt Wilhelm den Seligen zu Hirsau das dortige Benediktiiterkloster zu gewaltiger Macht und Größe, seine Bauschule errichtet sowohl in Hirsau selbst als auch weithin in halb Deutschland Kirchen und Klöster in deni strengen, sogenannten frühromanischen Stil, der an Klarheit der Anordnung, kühner Einfachheit der Formen und lichter Hoheit der Verhältnisse von keinem späteren mehr erreicht werden sollte. Im 12. Jahrh, tritt dann in unserem Kreis in der Baukunst eine gewisse Er ­ schöpfung ein und erst zu Ende des 13. Jahrh, geben die beiden bedeutenden Reichs ­ städte Reutlingen und Rottweil in der frühgotischen Kunst, in Bauwerken, Bildhauerei und Malerei den Ton an, daneben erscheint als wichtiger Mittelpunkt das große, starke Geschlecht der Pfalzgrafen von Tübingen, seit den Tagen der Hohenstaufen. Ihre Grablege im nahen Bebenhausen, noch in der Zeit des spätromanischen Stils gegründet, bleibt bis zum Ende des Mittelalters ein Pslegort kirchlicher Kunst, hat noch Prächtiges hinterlassen an Bauten, an Wand- und Glasgemälden, Holzschnitze ­ reien und schön gemodelten Thonflicßen. Die Pfalzgrafen, deren Einfluß weit über den Schönbuch hinüberreichte, werden abgelöst und eingelöst von den Grafen von Hohen ­ berg und vor allem von den Grafen von Wirtenberg, und so bleibt Tübingen ein Kunstmittelpunkt bis in die Renaissancezeit, daneben das gleichfalls den wirtenbergischen Grafen gehörige nahe Urach. Nach dem dreißigjährigen Krieg wird im ganzen Kreis wenig mehr geleistet, einiges noch in der katholisch gebliebenen Reichsstadt Rottwcil. Das Amt Rottweil bringt noch zu Ende dieser Zeit den berühmten Bildhauer Landolin Ohnmacht, geb. 1760 in Dunningen, st zu Straßburg 1834, hervor. Hochwichtig sind die Altertümer des Kreises, vor allem die der schwäbischen Alb. Wie von einem untersinkenden Weltteil nur noch die höchsten Spitzen dämmrig umrissen emporragen und die Wolken des Himmels wie Geister längst erloschener Geschlechter traunihaft darüber hinziehen, so liegt vor unserem Auge noch die Welt der Ringwälle, Opferstätten, Grabhügel, Trichtergruben, Hochücker und Hochstraßen, Kunde gebend von längst vergessenen Volksstämmen, über welche die alles zerwaschende Hochflut des Zeitenstromes gegangen. In den Wäldern und auf den Bergheidcn der Alb starren noch die alten „Hünenringe", von Gestrüpp und grauem Moos über ­ wachsen, empor, oft von staunenerregender Ausdehnung und Wallhöhe, deshalb vom Volk den Riesen zugeschrieben. Vom Hegäu und dem Dreifaltigkeitsberg bei Spai- chingen bis herab zum Hohenstaufen, zum Jpf bei Bopsingen und weiter im bayerischen Jura bis zum Hesselberg und den blanken Felshöhen des Hahnenkamms zeigen sich diese uralten Ringburgen, Opferstätten und die untrennbar damit verbundenen Grabhügel. Man stndet mächtige Vierecke, aus hohen Geröllwällen um die Felsen ­ zackenkronen der Berge gereiht, oder Abschnittwälle von noch größerer Höhe, auf den schmälsten Teil der von Abgründen umstarrten Felsenzungen gelegt. Oft sind die Berge so steil felsig, daß kaum eine Verschanzung noch nötig war: weiter sehen wir freistehende, mehr weichgründige Berge, durch Menschenhand noch abgeschrofft und abgedreht, oben und noch tief unten mit Wällen und Gräben kunstvoll umkränzt, dem Angreifer turmhohe Böschungen darbietend. Die größten Werke haben wieder Vor-