4 Schwarzwaldkreis. luerfe, um die Zugänge und oft auch um die Quellen zu schützen, oder Nebenwerke, vorgeschobene Schanzenringe, um wirksame Hinterhalte und Flankendeckungen zu bilden. Waren die Ringwälle zugleich Opferstätten, so sind sie oben dicht mit Branderde und Scherben, auch mit zerstreuten Bcouzegegenständen bedeckt. Und wunderbar weit ist immer der Blick von diesen geheiligten Höhen an Schwarzwald, Unterland und bis an die Alpen. Neunen wir hier, auch über den Schwarzwaldkreis hinausgreifend, im Zusammenhang die wichtigsten dieser Werke. Die kühnsten und größten Ringburganlagen unserer Alb sind, von oben her gerechnet, soweit sie bis jetzt bekannt sind, auf der Nordseite: Dreifaltigkeitsberg, einst Baldenberg genannt, bei Spaichingen, Lochen, Gräbelesberg, Schalksburg bei Ba ­ lingen, großer und kleiner Roßberg bei Gönningen, Heidengrabcn bei Neuffen und Erkenbrechtsweiler, dann die Teck und die Werke zu beiden Seiten des oberen Fils- thales, weiterhin Rosenstein und Hochberg bei Heubach, der Heidengraben bei Unter ­ kochen, der Jpf bei Bopfingen, die schönste der Ringburgen und Opfcrstätten, auch mit prächtigen Trichiergruben rc. Das alles zieht sich, östlich vom Ries, in deni bayerischen Anteil der Alb, auf dein „Hahnenkamm" weiter. An der Südseite unserer Alb, dem Donauthale zu, erscheinen die allerkühnsten, meist aus Geröllwällen wild ­ trotzig aufgetürmten Volksburgen. Von oben her gezählt: Altfridingen unterhalb Tuttlingen im Donauthal, die „Alte Burg" bei Wilflingen, halb preußisch, halb württembergisch, hier ist wieder ein ganzer großer Berg umgeformt zur Festung, die Heinebnrg bei Hundersingen, und die bei Upflamör, letztere die merkwürdigste von allen unseres Landes, mit 60—70 Fuß hohen Gcröllwällen, wie ein Klang aus der ältesten Edda hereinbrechend in unsere Zeit! Dabei die größten unserer Grabhügel, mit dem Hohmichele an der Spitze! Ähnlich wild Althapingen bei Jndelhausen und der dreifache Abschnittwall zwischen dem Lauterthal und dem Wolssthal, der Ringwall um das Rusenschloß bei Blaubeuren, der Buigcnberg bei Heidenheim an der Brenz, unb wohl der Hellenstein selbst. Manche Ringwälle sind auf der Alb noch zu entdecken, stecken oft auch noch in großartigen mittelalterlichen Burgen. Die Zeit der Entstehung dieser Werke mag von 800 vor Christi Geburt bis zur Römer ­ zeit gehen. Von diesen, den Römern, wurden Ringwälle und Hochstraßen vielfach benützt, auf die Opferstätten stellten sie von ihren Tempeln; der Zug des rätischen Limes nimmt entschieden Bedacht auf die gewaltigen Ringburgen hinter ihm ans der Alb, vom Götterberg Hohenstaufen bis über den Götterberg „Hesselberg" hinaus. Auch an der „Neckarlinie" scheint nicht ohne Absicht bei Köngen ein Kastell gerade gegenüber der größten Ringwallbnrg der Alb, dem Heidengraben bei Neuffen er ­ richtet worden zu sein. Ja, eine ganze, längst versunkene Welt öffnet sich vor unseren Augen, wenn wir die zahlreichen, zum Teil bald dreitausendjährigen Funde der Alb, aus Gräbern, heiligen Berge», Ringwällen und Trichtergruben anblicken, eine Welt, die dann durch spätere viel rohere Zeitläufte überschüttet worden, und nun endlich vor uns wieder emporsteigt, zusammenklingend mit den letzten verhallenden, unverständlich gewordenen Lauten einer längst verklungenen Sprache mächtiger, einst aus Hochasien nicder- gestiegenec lichtanbetender Völker. Bis ans die höchsten und rauhesten Höhen (bis 1000 m hoch über dem Meer) zeigen sich diese Funde, von einer Pracht und einem