Einleitung. 11 die Wandmalerei glänzende Streiflichter fallen; als Mittelpunkte erscheinen Reichenau, Reutlingen, Ulm. Was endlich die Bausteine betrifft, so bricht im ganzen Württembergischen Schwarzwald der prächtige, kauni verwitternde, mildrote, im Alter oft bis ins Tief ­ goldrot gehende Buntsandstein, im Rheinthal Bvgesensandstein, lveiter anten Oden ­ waldsandstein genannt: aus ihm sind die Dome von Basel, Freiburg, Straßburg, Speier, Worms, Mainz, Oppenheim u. s. lv. und das Schloß zu Heidelberg gebaut worden. Der frühromanische Stil ist so recht ein Buntsandsteinstil, mit seinen cin- stückigen Säulenschäften und weichen, mächtigen Würfelknäufen, so in Hirsau schon ums Jahr 1060, in Alpirsbach um 1100, auch an den Ritterburgen des Schwarzwaldes mit ihrem oft wundervollen Quadergeniäuer. Vom Neckarthale, wo meist Muschel ­ kalk ansteht, ist der Keupersandstein nirgends weit entfernt, mit schönen Werkstein- Brüchen, wie wir an den Bauten zu Rotttveil, Rottenburg, Tübingen, Bebenhausen n. s. w. sehen. Die schwäbische Alb hat keine Werksteine, nur den, gleich dem Muschel ­ kalk in niederen Bänken, glattschalig brechenden, zähen Weißjurakalk. Deshalb auch der meist traurig zernagte Zustand der früheren Burgen des nördlichen Albtraufes. Dagegen wächst heute noch in den Albthälern der Süßwasserkalktuff, oft ganze Thal ­ gründe ausfüllend, als trefflicher Baustein; feucht aus dem Bruch kommend, ist er ­ weich und sägbar, mit der Zeit wird er trocken und stahlhart. Die große Kirche in Urach und schon das uralte Kirchlein in Burgfelden sind davon errichtet. — Der Holzbau fand aus den großen Wäldern des Schwarzwaldes, des Schönbuchs und der Alb reichliche Nahrung und hinterließ noch ziemliche Reste. Im tiefen Schwarz- tvald erfreut noch manches warmwohnliche, zierliche Schindelhaus, im Schönbuch noch manches mit Schnitzwerk versehene Holzbalkenhaus; nach der ehemaligen Reichsstadt Rottweil drang von der einst damit verbündeten Nordschweiz her die Vorliebe für hölzerne, mitunter auch steinerne Erker.