14 Schwarzwaldkreis. Oberamt Balingen. \ linken Seite des Eyachthals, der nur an einer Stelle über Felseustaffeln mühsam zu er ­ klimmen ist. Der ganze Berg ist bedeckt mit Kohlen, Tierknochen, Scherben von allen Sorten und großen Thonperlen, auch Bronzegegenständen. Am Rand gegen Balingen hin scheint ein römisches Heiligtum gestanden zu haben, man sand dort römische Ziegel und Siegelerdescherben. An derselben nach Norden schauenden Seite des Berges zieht unterhalb der Felsen ein schöngeebneter breiter Absatz umher, worin eine große Trichtergrube. Auf der höchsten Stelle des Berges, gegen Nordwesten erscheint eine von Menschenhand hergerichtete Plattform, von welcher zum Teil große Stücke künstlich abgesprengt worden sind und zum Teil in die Tiefe stürzten. Das geschah wohl bei der Christianisierung der Umgegend. Ohne Ziveifel konnte der Berg in Zeiten der Not auch als Verteidigungsplatz benützt werden, seine Hauptbestimmung scheint aber, besonders wenn inan ihn mit dem nur eine Stunde entfernten Gräbeles- berge vergleicht, die einer Opferstätte gewesen zu sein. Zahlreiche Grabhügel bei Balingen, Bitz, Bronnhaupten, Geislingen, Hossingen, Truchtelfingen, Winterlingen, mit schönen Gegenständen aus der Bronzezeit und mit vielen verzierten Gefässen. Zwischen Burgfelden und Pfeffingen wurde im Mai 1885 ein aus hundert Stück bestehender Bronzefund gemacht, mit ganzen und zerbrochenen Gegenständen, wie Sicheln, Messer, Schwerter, Trompeten, Ringe, Kelte, auch noch unverarbeitete Bronzeklumpen. Bei Winterlingen geschah schon im Jahr 1609 ein Kelt- und Sichelfund (LI). Ganz nahe der Stadt Balingen liegt auf der westlichen Anhöhe der mit einer Linde besetzte Hexenbühl, weitere Grabhügel im Binsenbohl. In einem der letzteren fand sich eine künstlich bearbeitete, 3*/s> Fuß lange Platte aus ganz feinem Sandstein, auf der viele sich durchschneidende Linien scharf eingerissen sind. — War es der Opferstein eines weissagenden Priesters? Römisches. Wohnplätze zeigten sich bei Ebingen, Erlaheim, Geislingen, Lautlingen, Unterdigisheim und Winterlingen. Eine Römerstraße lief von Rotten- burg über Hechingen nach Balingen, Schömberg, Rottweil. Eine andere von Balingen über Hossingen nach Meßstetten, Straßberg, Winterlingen. Bei Hossingen und Winter ­ lingen wurde im Jahre 1892 das Straßenpflaster freigelegt. Ein uralter Weg lief von Süden her, zwischen Lautlingen und Ebingen, gerade auf der europäischen Wasser ­ scheide, zwischen Donau- und Rheingebiet, quer über das Eyachthal, als auf dem kürzesten und am wenigsten tief eingeschnittenen Thalübergang. An diesem Weg auf der Flur „Steinhaus" wurden schon römische Säulen gefunden, wovon eine noch eingemauert in dem einsam stehenden Hause Petersburg. Alemannische Reiheugräber fanden sich bis jetzt bei Balingen, Bitz, Ebingen, Endingen, Geislingen, Meßstetten, Oberdigisheim, Streichen, Thailfingen, llnterdigisheim und Winterlingen. Bei Balingen sind sehr reiche Gräber, in einem sand sich jene Scheibenfibel, auf der Rückseite mit Runen-Jnschrift, die also gedeutet wird: Half Danilo (seinem) Amilunge. — Das mag an die Zeit Theoderichs des Großen, des Amelungen, f 526, erinnern, s. auch oben S. 10. Wal'ingen, Oberamtsstadt. Balingen (im 9. und noch im 13. Jahrhundert Balgingen), beim Zusammen- üuß der Eyach und L-teinach gelegen, erscheint im 9. Jahrhundert im Besitz des