Oberamt Calw. \)ex Name der Stadt Calw, im 11. Jahrhundert Kalewa, Chalawa, Calwa, hat rätselhaften Klang; eine Viertelstunde oberhalb der Stadt liegt auf dem an drei Seilen von der krystallhellen Nagold umflossenen steilen Rudolfsberg ein großer, gegen die Laudseite doppelter Ringwall, vielleicht der urälteste Burgsitz der im frühen Mittel- alter einst so mächtigen Grafen von Calw. Ihre Stamniburg lag nordwestlich neben der 2ladt, auch auf einem schroffen, doch minder hohen Hügel, aber sie ist hinweg ­ gewischt vom Angesicht der Erde. Dafür steht noch die erste und großartigste Kloster- stiftung der Calwer Grafen, nicht eine Stunde abwärts im schönen, tannen- und laub- waldgrünen Nagoldthal, zu Hirsau in den Trümmern. Neueste Nachgrabungen ergaben auf dem rechten User der Nagold, unter der Aureliuskirche die ziemlich um ­ fangreichen Grundmauern einer einschiffigen Kirche aus dem Jahr 830. Zweihundert und dreißig Jahre später entstehen daun bis Ende des 11. Jahrhunderts jene Kirchen- uud Klosterbauten, besonders durch Abt Wilhelm den Seligen, die durch halb Deutsch ­ land gewirkt und den frühromanischen Stil aus eine seltene Höhe, Strenge und Klarheit gehoben haben. Und bis zum Ende des 17. Jahrhunderts ist Hirsau eine geweihte Stätte der Kunst und der Wissenschaft, bis am 20. September 1692 die Brandfackel der Franzosen unter General Melac die Herrlichkeit in Schutt und Asche verwandelt. Jetzt treibt jene wundervolle Ulme ihren Wipfel hoch über die aus- gebrannten Zackengiebel des Jagdschlosses, als ein Bild der nicht zu zerstörenden Kraft und Macht unseres Volkes. Altertümer. Grabhügel bei Althengstett, Ottenbronn, mit Bronzeringeu, Simmozheim. Römerplätze bei Althengstett, Oberhaugstätt, Ostelsheim, Simmoz- heim, Stammheim; Bildwerke: Calw, ein Kopf mit reichgelocktem Haar und phrygischer Mütze, Stammheim, ein Relief, zwei Krieger mit Lanzen und Pferden (M). Römer ­ straßen lausen von Pforzheim über Möttlingen und Althengstett nach Rottenburg, von ebendort südwärts, auf der Höhe zwischen den Thälern der Nagold und der Enz als Weinstraße über Schömberg, Hofstett, Oberweiler, Urnagold gegen den Kniebis. Alemannische Reihen gröber bei Althengstett, Gechiugen, Ostelsheim. Ecrtrv, Oberamtsstadt, auf beiden Seiten der Nagold gelegen. Die Grafen des Würmgau, die seit dem 9. Jahrhundert genannten Alberte, tvelche vorher auch in der weitgehenden Grafschaft Jugersheim die Grafenwürde be ­ kleidet hatten, nannten sich seit dem 11. Jahrhundert, darunter Bischof Bruno von Metz 1088 f., nach ihrer Burg Calw, unter welcher sich der Ort Calw seit dem 13. Jahr-