Hirjau. oo Kehren wir nun nach Hirsau zurück. Vvn der Peterskirche sind, abgesehen von dem nordwestlichen Turme, jetzt nur noch die Umfassungsmauern in der Höhe von wenigen Schuhen erhalten; indessen geben alte Beschreibungen und Abbildungen, sowie wiederholte Ausgrabungen des Verfassers (zuletzt im Herbst 1891) im Vereine mit dem Erhaltenen doch ein ziem ­ lich getreues Bild von dem Ganzen. St. Peter war eine flachgedeckte, kreuz ­ förmige, dreischifstge Säulenbasilika mit zwei Apsiden an der Ostseite des Querschiffes und mit dreischiffigem, gerade geschlossenem Chor, einem west ­ lichen Vorhof, einem Vierungsturm und zwei westlich vor dem Vorhof aufsteigenden, durch eine Thorhalle verbundenen Türmen. Die dreischifstge Choranlage, d. h. ein Hauptchor, der von Nebenchören begleitet ist, wurde durch die Cluniazenser in Frankreich ausgebildet (ältestes erhaltenes Bei ­ spiel in St. Bönigne in Dijon), tritt in St. Peter in H i r s a u znm ersten ­ male in Deutschland auf und findet rasch in den Hirsaucr Reformklöstern und bald auch darüber hinaus Ver ­ breitung. Auch die Vorliebe für den geradlinigen Chorschluß ist den Clu- niazensern eigentümlich. Ebenso die Anlage eines Vorhofes. Abt Wil ­ helm legte in St. Peter in H i r s a u einen offenen Vorhof an, wahrschein ­ lich um seine Kirche der Petersbasilika in R o m ähnlich zu gestalten und da ­ durch den von ihm und den Clunia- zensern stets betonten Zusammenhang mit Rom auch äußerlich zu bekunden; wurde doch auch bei dem .1089 be ­ gonnenen Neubau der Hauptkirche Clunys die Länge der Hauptkirche der Christenheit zum Vorbilde genom ­ men. Ob die Anlage eines offenen Vorhofes in anderen Hirsauer Klöstern nach ­ geahmt wurde, wissen wir nicht; wir finden an ihnen bedeckte Vorhallen; vielleicht hatte Schaffhausen a. Rh. einen solchen Vorhvf. In Hirsau selbst wurde der Borhof gegen Mitte des 12. Jahrhunderts in eine bedeckte dreischiffige Vorhalle verwandelt, wohl ans Rücksichten auf das nördliche Klima. Wichtig ist auch die Hirsau. Gedenkplatte des Bischofs Aurelius.