' Ä01 PO lllj Q r Oüeramt Nürtingen. r na ® Mi’ Ihr milden Lüste, Boten Italiens, Und du mit deinen Pappeln, geliebter Strom! Ihr wogenden Gebirg'! o all' ihr Sonnigen Gipfel! fo seid ihr's wieder. So sang einst in Nürtingen der Dichter, der wohl am tiefsten eingedrungen ist in den halb- --- klassischen Geist der schwäbischen Landschaft, Friedrich Hölderlin (1770—1843). Welch ein Zauber liegt über diesen Hügeln und Flächen am Neckar und über der blauenden Alb, die als großer und weithin ver ­ laufender Hintergrund das lachende Land im Osten und Süden begrenzt. In dieser Gegend, wo fruchtbares Ackerfeld abwechselt mit Wäldern und einzelnen Weinhalden, steigt dicht am rechten Neckarufer eine Bodenanschwellung empor, wie geschaffen zu einer keltischen oder germanischen Burg; hier steht jetzt, zum Teil noch ummauert und noch altertümlich, die Stadt Nürtingen. Ein Abend auf den Anhöhen umher, wenn die Felsen und Burgen der Alb im letzten Rot, oft hinterlagert von Gewitter ­ wolken, ahnungs- und crinnerungsvoll aufglühen, prägt sich unauslöschlich in das Gemüt, spinnt sich weiter in Bildern und Träumen. Altertümer. Als vorgeschichtlicher Brückenkopf und Straßenstern erscheint Nürtingen am rechten Neckaruscr, ja wenn man so will, als Brückenkopf für die zwei Stunden südlich aus der schwäbischen Alb vordringende, weithin beherrschende Felsen ­ burg Hohen-Neuffen, welche umzogen ist von der großartigsten Ringwallanlage unseres Landes, dem Heidengrabcn, südlich vom Hohen-Neuffen; von diesem Berge läuft sodann nordwärts jener uralte Straßenstrang das Neuffener Thal herunter auf Nürtingen, hier über den Neckar und schnurstracks über die Filder, Bernhausen, Plieningen, Degerloch, als Herdweg durch das Stuttgarter Thal, und weiter über Stammheim, an den Fürstengräbern vorbei, zum Hohen-Asperg (s. Neckarkreis 312 ff.), auch einem vorgeschichtlichen Fürstensitz. Eine andere uralte Straße kommt von Kirchheim her nach Nürtingen, setzt hier über den Neckar und zieht als eine viele Stunden lang durch kein Thal unterbrochene Hochstraße immer westwärts über die höchsten Höhen des Schönbuchs bis herab zu dem einst von einem Ringwall überragten Kelten- und Römerplatz Herrenberg. Südlich von Nürtingen ist der freistehende Ersberg, gleichfalls von