Tuttlingen nach Merian. 1643. Oberamt Tuttlingen. -iAr Bezirk ist arm an Kunst- werken, wetteifert aber an Naturschön ­ heiten mit den größten Eindrücken in den Alpenländern und Italien. Die nahen höchsten Höhen der schwäbischen, Alb, der Durchbruch der Donau durch dieselbe, die Nähe des Hochgebirgs und des schwäbischen Meeres, des Bodensees. Und wie der Bezirk durch ­ schnitten wird von dem noch jungen wichtigsten europäischen Strome, der Donau, so hat auch die Weltgeschichte bis hier herauf vernehmbar ihre Wellen getrieben und ihre Nieder ­ schläge zurückgelassen; Steinwaffen der llrvölker in den Albhöhlen, Bron ­ zen in den keltischen und germanischen Grabhügeln, Städtetrümmer der Rö ­ mer, glänzender Alemannenschmuck in den Reihengräbern ihrer Besieger — und noch im dreißigjährigen Krieg scholl wildes Kampfgetümmel, wovon die Ruinen Honburg und Hohen ­ twiel heute noch zeugen. Dieser letztere Berg hat durch den Mund des Dichters Jos. Viktor (von) Scheffel eine Sprache bekommen, die lange noch forthallen wird in den Herzen der Deutschen. Von Tuttlingen bis hinab nach Sigmaringen durchbricht die Donau in prachtvollem Felsthal von Westen nach Osten die Kalkgebirge der Alb. Stundenlang bis zum Schlößchen Bronnen, oberhalb des Klosters Beu- ron, geht noch das württembergische Gebiet, besetzt mit Städtchen, Burgen, Burgställen. Zur Rechten das noch wehrhafte Städtchen Mühlheim, mit