Oüeramt Urach. Uber den tiefen kühlen lanbtvaldgri'men Waldthälern von llrach läuft an den Felsenkanten der Alb der Heidengraben, die größte Ringtvallbnrg Südwestdeutschlands, mit ihren Schanzwerken und den unbezwinglichen ins Unterland vorgreifenden Fels ­ burgen ein Gebiet, das sich mit unseren größten jetzigen Festungen messen kann, auch einen machtvollen Herrschersitz umfaßt haben muß. Was man umher noch findet an Bronzefunden, in noch erhaltenen Hügeln oder in verebneten, auch im Felde an goldenen Hohlmünzen, weist aus verschiedene Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung und in eine tveit fortgeschrittene Lebensstellung hin. Altertümer. Der schon im Oberamt Nürtingen, S. 204 ff., besprochene Heidcn- graben fällt mit dem südlichen Teil mit seinen Hauptvcrschanzungen ganz in unser Oberamt. Es sind die Linien südlich vom Burrenhos und von Grabenstetten, s. auch die Abbildungen, und jene gewaltige Ringschanze zwischen beiden eben genannten Linien, ein für sich abgeschlossenes Werk, dessen Fronte mit dem Graben gegen die Hochfläche der eigentlichen ganz großen Verschanzung gerichtet ist, so daß man sich hier im Süden noch halten konnte, wenn die große Hochfläche vom Feinde schon erstiegen war. Der Nordrand dieses Bollwerks deutet in der ungemein scharf und klar gezogenen Linie des Ringwalls auf einen auserwählten Herrensitz und ähnlich ist dieses Werk im Süden durch einen nicht langen, aber mächtigen Wall gegen den Fuchsberg abgeschnitten. An den von Natur festen Abhängen läuft rings noch eine llmgrenzung mit Bärmen umher. Nördlich beim Burrenhos und bei Grabeustetten sind die Linien der Hauptschanzen auch von großartigen Abmessungen und zumeist noch gut erhalten, sie lehnen sich je an den Enden an die furchtbaren Felsschluchten, und durch jede Linie führt ein Thor. mit seinen nach innen gezogenen Thorflügeln (Thorwällen) einen langen Hohlweg bildend, herein. Bei dem in der Nähe des südwestlichen Thores gelegenen Burrenhos sind zahlreiche Grabhügel, die in neuester Zeit auf Staatskosten ausgegraben worden sind, s. o. S. 5. Auch fand man in einem der Hügel Teile eines Wagens. Vor dem südwestlichen, wie vor dem südöstlichen Eingangsthor des Heidengrabens liegt je ein Abschnittswall, das Kienbein nordwestlich von Hülben, die sog. Pfählerburg südwestlich von Grabenstetten; von diesen Schanzen aus konnten die das Thor Angreifenden im Rücken gefaßt werden. Weitere schöne Funde ans einem bei Errichtung des Bnrrenhofgebäudcs ab ­ getragenen Grabhügel befinden sich in der geologischen Sammlung zu Tübingen. Ferner liegt ein Ringwall, und zwar ein bcdeuteirdcr, die Schwedenschanze, ganz versteckt zwischen Sceburg und Trailfingen. Die Feste Hohenurach wird wohl gleichfalls Paulus, Denkmäler aus Württemberg. Schwarzwaldkreis. 2ü