Perspektiven

Es gehört zu den faszinierendsten Aspekten wissenschaftlicher Forschung, dass Ergebnisse aus einem Bereich plötzlich in einem ganz anderen Gebiet spannende Einblicke liefern. Auch die Sammlungen der Universität Stuttgart spiegeln dies wider. Objekte der zoologischen Sammlung werden für Leichtbau oder Medizintechnik interessant, Aufnahmen von Literaturverfilmungen werden wegen der mitgeschnittenen Programmansagen zu historischen Quellen, an Instrumenten aus der Kreiselsammlung werden neue Methoden der 3D-Digitalisierung entwickelt. Oft nach Jahren erwachen Objekte oder ganze Sammlungen zu ungeahntem Leben.
Seit kurzem bietet der 3D-Druck neue Perspektiven für die Herstellung maßgeschneiderter Lehrmittel, etwa Modelle mathematischer Flächen oder Bauteilmodelle in der Konstruktionstechnik. Auf diese Weise entstehen neuartige Lehrsammlungen, jetzt nicht mehr in Einzelstücken, sondern als Klassensatz für die ganze Übungsgruppe.
Andere Objekte verkörpern das im Leitbild der Universität verankerte Engagement „für eine zukunftsfähige Gesellschaft“. Das Modell der Reethütte steht exemplarisch für die Erforschung nachhaltiger Baumaterialien, die Pleuelstange aus der Formel 1 für die Perspektiven klimaneutraler synthetischer Kraftstoffe. Hochschulsammlungen wachsen und wandeln sich. Was auf den ersten Blick alt aussehen mag, birgt in sich tausend Hinweise auf Fragen und Forschungen der Zukunft.

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